AMADEA

AMADEA - Frühling im Fjordland 2006

Dieses war eine der ersten Kreuzfahrten auf dem neu auf dem deutschen Markt eingeführten Schiff AMADEA. Das aus Japan stammende Schiff (ex ASUKA) wurde fast komplett renoviert und ist zu einem Ort auf dem Meer geworden, auf dem man sich so richtig wohl fühlen kann.

Nach einer entspannten Anreise mit Bahn und Bus zum Hamburger Cruiseterminal, einem relativ schnellen Checkin und dem sehr freundlichen Willkommen durch das Team von Phoenix Reisen bezogen wir unsere Aussenkabine auf dem Saturn-Deck. Die Kabinen sind geräumig, komfortabel und geschmackvoll eingerichtet. Selbst das Bad ist so gestaltet, dass man sich darin „umdrehen“ kann. Weiterhin bietet das Schiff wenige Innenkabinen und Aussenkabinen mit privatem Balkon. Freundliche, dezente Farben runden das gepflegte Ambiente ab. Ebenso ist reichlich Stauraum in Schränken und Garderoben vorhanden. Einzig grosse Koffer sind schwer unterzubringen, besser sind kleinere Koffer und faltbare Taschen.

Nach einem kurzen Blick in die bereit gelegten Informationen, zog es uns zu einem Rundgang auf unserem „schwimmenden Domizil“. Die sehr schön eingerichteten und nicht mit Dekoration und Farben „überladenen“ Gesellschaftsräume bieten viel Platz und wir hatten während der ganzen Kreuzfahrt nie das Gefühl, dass das Schiff „menschenvoll“ ist und haben jederzeit einen Platz zum Entspannen, Essen, Sonnenbaden, Fotografieren und in der Bar gefunden, der uns zusagte.

Pünktlich um 18.00 Uhr hiess es „Leinen los“ und die AMADEA setzte sich auf der Elbe in Richtung Stavanger/Norwegen in Bewegung. Trotz Temperaturen um 10 Grad und stürmischem Wind fanden sich viele Reisende auf den Decks ein, um die eindrucksvolle Kulisse des Hamburger Hafens, die St.Pauli-Landungsbrücken, die Villen in Blankenese und Willkommenshöft von der Elbe aus zu Bestaunen. Viele „Seh“-Leute standen am Ufer und winkten der auslaufenden AMADEA und uns zu. Als dann zum Abschied die deutsche Nationalhymne gespielt wurde und das Schiffshorn ertönte, lief uns eine Gänsehaut über den Rücken. Das Auslaufen aus dem Hamburger Hafen ist immer etwas Besonderes.

Nun hatten wir auch endlich Zeit, unser Abendessen einzunehmen. Die gleichwertigen Restaurants "Amadea" und "Vierjahreszeiten" unterscheiden sich lediglich in der Einrichtung. Wir speisten zunächst im Restaurant „Amadea“. Die freie Wahl des Restaurants und des Tisches sagte uns sehr zu. Jeden Abend hatten wir andere interessante und nette Tischnachbarn. Die sehr gute Auswahl, Zusammenstellung und der Geschmack der Speisen, die Freundlichkeit der Servicekräfte und der Geschmack der Gerichte erfreute uns jeden Tag aufs Neue. Ebenso probierten wir das Restaurant „Vierjahreszeiten“, beschlossen aber, die noch folgenden Abendessen in „unserem Restaurant Amadea“ einzunehmen, vielleicht lag es an der Lage, an den gutgelaunten Kellnern oder auch einfach an uns selbst – wir fühlten uns hier einfach wohl. Im "Vierjahreszeiten" werden alle Mahlzeiten am Platz serviert. Im "Amadea" werden Frühstück und Mittagessen in Buffetform angeboten, bei schönem Wetter auch auf dem angrenzenden Deck.

Nach einer professionellen Show (wie übrigens jeden Abend) in der Atlantic Show Lounge, einem Drink in der Kopernikus-Bar (eine von sechs verschiedenen Bars) und einem zum Ritual werdenden Rundgang auf dem Promenadendeck schliefen wir in den superkuscheligen Betten mit dem sanften Wiegen des Schiffes ein.

Heute liegt ein Seetag vor uns – genügend Zeit, das Schiff zu erkunden, auf dem großzügigen Sonnendeck mit Pool und Jacuzzi und sehr bequemen Sonnenliegen den Wind und die gesunde Seeluft zu geniessen, endlich in Ruhe ein Buch zu lesen oder am Bordprogramm teilzunehmen. Die gesamte Crew (Schiffsbesatzung und Phoenix-Team) ist sehr aufmerksam und bemüht, uns das Leben an Bord so angenehm wie möglich zu gestalten. Überhaupt ist das gesamte Schiff von einer stets freundlichen, aber unaufdringlichen Atmosphäre eingehüllt. Die Stunden vergehen viel schneller als erwartet. Es ist doch seltsam, wie schnell man sich wieder an die Bewegung eines Schiffes gewöhnt.

Eine gut sortierte Bibliothek ist ebenso vorhanden wie ein schöner SPA-Bereich mit Sauna, Massage und Kosmetik, Fitnessraum.

Während des Abendessens legen wir in Stavanger, der zweitgrössten Stadt Norwegens, an. Wir nutzen die zweieinhalb Stunden, um wieder festen Boden unter den Füssen zu spüren und begeben uns auf einen Stadtrundgang. Mit der Dämmerung legen wir um 23.00 Uhr in Richtung Ulvik/Norwegen ab.

Nach einer kurzen Nacht – wir treffen uns schon um 08.00 Uhr zum Ausflug „Von Ulvik überland nach Eidfjord mit der Flambahn“. Wir haben ein Traum-Wetter: blauer Himmel, Sonnenschein, leider etwas kühl, und fahren mit dem Bus durch eine wunderschöne Landschaft (Ulvik-Gebirge): schneebedeckte Gipfel, glitzernde Seen, zartes Grün und blühende Obstbäume. Wir steigen in Voss in die traditionelle „Bergen-Bahn“ und reisen in gemütlichen Waggons durch das noch nicht ganz grüne Rauntal und über die Hardangervidda (das „Dach Norwegens“) bis nach Myrdal, von wo uns die historische „Flam-Bahn“ bis nach Flam bringen wird. Atemberaubende Ausblicke überall, der Halt am mächtigen Wasserfall Kjosfoss mit Schauspiel und schliesslich die beeindruckende Ankunft im Flam: Direkt gegenüber dem Bahnhof, rechts und links von Bergen flankiert liegt die imposante COSTA MAGICA - wir hörten einen Passagier sagen: „Das sieht aus, als wenn jemand dieses riesige Schiff in den Königssee gelegt hat!“ Nach einer Busfahrt durch Haarnadelkurven, vorbei am Tvinde Wasserfall, durch den Gudvangen-Tunnel (11 km) und an Seen/Fjorden kamen wir wieder an der AMADEA an, die tagsüber ohne uns bis nach Eidfjord gefahren ist. Das Auslaufen um 19.00 Uhr aus dem Eidfjord im Sonnenuntergang mit dieser grandiosen Kulisse war so spannend (es sollten auch Delfine anwesend sein, haben sich aber nicht blicken lassen) war so spannend, dass wir fast zu spät zum Abendessen kamen.

Am nächsten Tag haben wir uns das Einlaufen um 08.00 Uhr in Bergen angeschaut, übrigens gleichzeitig mit der MAXIM GORKI, und dann erstmal in aller Ruhe gefrühstückt – unser Ausflug begann erst am Nachmittag. Wieder im Sonnenschein (und das in der regenreichsten Stadt Europas!) verliessen wir das Schiff und bummelten entlang der Festung Bergenhuis mit der Hakonshallen und am hanseatischen Viertel Bryggen zum bekannten Fischmarkt. Dort steckte uns die lockere Atmosphäre der Norweger an, so dass wir Fischbrötchen probiert und Mützen für den nächsten Skiurlaub gekauft haben. Wir schauten durch diverse Geschäfte, um uns die Trolle, Norwegerpullis und zahlreiche andere Dinge anzuschauen. Bei dem herrlichen Sonnenschein lockte uns noch ein Eis vor der Kulisse Bryggens.

Um 14.00 Uhr trafen wir uns mit unserem urigen Wanderführer zum Ausflug „Wandern am Berg Floien“. Wir spazierten nochmals durch Bryggen zur Seilbahnstation der „Floi-Banen“, um auf 320 m ü. d. M. zu fahren. Nach einem beeindruckenden Blick über die Stadt, die Inselwelt und das Meer wanderten wir auf gepflegten Wegen, immer mit schönen Ausblicken, abwärts in Richtung Stadt. Der erlebnisreiche Ausflug mit viel Bewegung in frischer Luft tat uns sehr gut.

Den letzten Tag begannen wir mit dem Ausbooten in Flekkefjord. Ein kleiner Stadtrundgang in diesem „verschlafenen“ Dorf beendeten wir schnell und waren froh, wieder an Bord der AMADEA zu sein, damit wir dieses wiederum herrliche Wetter auskosten konnten. Wir nahmen uns Bücher und Decken und platzierten uns auf dem Promenadendeck. Die stoffbespannten Liegen sind übrigens neu und sehr bequem! Ein Nickerchen liess nicht lange auf sich warten. Die Abfahrt um 12.00 Uhr war für uns das schönste Auslaufen auf dieser Route. Vielleicht lag es an der Mittagszeit, am Wetter, an unserer Position auf dem Schiff, an der Auslaufmusik der Phoenix-Reiseleitung – nein, es lag an der phantastischen Landschaft – es war einfach atemberaubend. Heute liessen wir uns auch im SPA verwöhnen: Sauna, Massage und Kosmetik – die Termine hatten wir uns glücklicherweise bereits am ersten Tag bei unserem Rundgang besorgt. Nach etlichen Stunden Fahrt durch den Hardangerfjord erreichten wir wieder die Nordsee. Sogleich belebte sich der Wind und das Schiff kam in Bewegung. Nach einigen Gewöhnungsmomenten war es herrlich, den rauhen Seewind im Gesicht zu spüren! Heute Abend sassen wir etwas länger als gewöhnlich im Restaurant und da lernten wir sogar den Kapitän, Oliver Prüss, kennen, der sich am Nachbartisch mit seinen Offizieren zum Essen traf. Ein improvisiertes Ständchen der Servicekräfte amüsierte alle noch im Restaurant Verbliebenen. Genau das spiegelte die Gemütlichkeit und familiäre Atmosphäre wider, die wir die ganze Zeit gespürt hatten.

Übrigens wird auf diesem Schiff dem Bordkonto kein obligatorisches Trinkgeld belastet, wird aber, wie in allen Servicebereichen, gern entgegengenommen. Den Barrechnungen wird ein obligatorischer Aufschlag hinzugefügt.

Leider legten wir am nächsten Morgen schon um 6.00 Uhr in Bremerhaven an, übrigens zeitgleich mit der MAXIM GORKI, der ALBATROS und der ALEXANDER VON HUMBOLDT. Das Ausschiffen (mit einer Träne im Auge) ging ebenso zügig voran, wie wir es schon gewohnt waren.

Fazit: Dieses war eine rundum gelungene Kreuzfahrt auf der AMADEA, die sicherlich ihre Fans finden wird – wir sind es jedenfalls schon.

Empfehlenswert ist die AMADEA für jeden, der einen sehr guten Standard bevorzugt, aber auf „Rummel“ wie auf einem Clubschiff verzichten möchte. Es ist ein klassisches Kreuzfahrtschiff mit abwechslungsreichem Bordprogramm, ungezwungenem Essen durch täglich neue Wahl des Restaurants sowie des Tisches, legere Atmosphäre und vor allem viel Platz bei max. 600 Passagieren und ca. 260 Besatzungsmitgliedern.

Lassen Sie sich von der AMADEA anstecken!

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